8/01/2011

Der Fall Amene Bahrami

Ich habe mir so sehr gewünscht, dass sie das Recht der Vergeltung bekommt und dann Gnade zeigt!

Ich finde das zeugt von wahrer innerer Stärke und ich bin stolz, dass eine Frau es geschafft hat im Iran einen solchen Sieg zu erringen und dann auch noch Gnade zeigt!

Auszug von Spiegel online (31.07.2011):
"Teheran - Madschid Mowahedi ging am Sonntagmorgen davon aus, dass er an diesem Tag erblinden werde. Im Jahr 2009 hatte ein Scharia-Gericht Amene Bahrami das Recht zugesprochen, ihm mit Säure die Augen zu verbrennen. Fünf Tropfen ins linke Auge, fünf ins rechte.

Es war ein Urteil nach dem Prinzip "Auge um Auge": Im November 2004 hatte Mowahedi seiner damaligen Kommilitonin Bahrami Schwefelsäure ins Gesicht geschüttet. Bahrami hatte seinen Heiratswunsch abgewiesen. Sie verlor ihr Augenlicht, ihr Gesicht wurde entstellt - aber sie lebte. Später sagte Bahrami, Mowahedi habe "höhnisch gelacht", als ihre Augen verbrannten.
[...]
Eine Eskorte habe sie und ihre Familie ins Krankenhaus gebracht. "Als Madschid mich sah, hat er mich beschimpft: Du fette Kuh, Du alte Jungfer." Er habe geweint und zu ihr gesagt: "Zwischen dir und mir gibt es keinen Unterschied. Du wirst büßen für das, was du tust." Darauf habe Amene gesagt: "Erst wirst du büßen und dann ich."

Als die Betäubung vorbereitet wurde, habe sie dem Staatsanwalt mitgeteilt, dass sie auf die Vollstreckung des Urteils verzichtet. Madschid sei aufgesprungen, er habe ihre Hände und Füße geküsst. "Dann hat er gesagt: 'Bitte heirate mich, ich möchte für immer dein Diener sein.'" Amene habe ihn mit den Worten "mach daraus keine Komödie" abgewiesen. "Ich werde dich niemals heiraten, ich habe nicht deinetwegen verzichtet, sondern meinetwegen.""